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Bericht des Medical Digest über ZweitHaar Design:

Haare auf Rezept sehen aus wie echte

 

Von Liliane Zuuring 

Manchmal trifft er sogar schon 15-jährige Mädchen: krankhafter Haarausfall. Auch Chemotherapien können Haare kosten: Wer einst eine schöne Mähne hatte, steht plötzlich kahlköpfig da. In solchen Fällen gibt’s Perücken auf Rezept. Und längst sind moderne Perücken weit entfernt von den so offensichtlichen „Fiffis“ von einst. Simona Geiger von ZweitHaar Design, einem der größten Perücken-Fachgeschäfte in Essen, kennt sich aus in der Kunst des Perückenmachens – und hat Kunden aus der ganzen Region und teilweise sogar aus Bayern. 

„Häufig kommen Krebspatienten schon mit einem Rezept vor der Chemotherapie. Das ist günstig, denn dann kann ich noch sehen, wie die eigenen Haare sind. Auch für die Farbprobe ist das gut“, so Simona Geiger. Die Friseurin legte 1987 ihre Meisterprüfung ab, arbeitete selbstständig, bildete sich fort zur Perückenspezialistin. „Es ist wichtig, Friseurin zu sein, denn schließlich müssen ja aus dem Haarrohling auch Frisuren gemacht werden.“ Viele Patienten wünschten, dass ihre eigene Frisur so gut wie möglich nachgeahmt wird. Nur selten wollten sie einfach mal was Neues ausprobieren. „Wir übernehmen den Bewilligungsantrag bei den Krankenkassen. Das dauert zwischen sieben und vierzehn Tagen.“ Die Anfertigung einer individuellen Perücke dauert etwa acht Wochen. „Das Zweithaar wird nach Kopfabdruck gefertigt. Dazu benutze ich einen Kunststoffgips“, so Simona Geiger, die das Geschäft im Jahr 2000 übernommen hat.

 

Beim Echthaar gibt es unterschiedliche Qualitäten

Dann geht es an die Auswahl des Haares. Hierbei spielt der Preis eine enorme Rolle. Denn es gibt neben dem Kunsthaar auch diverse Echthaar-Kategorien. Da ist einerseits asiatisches Haar. „Das ist aber für Europäer nicht besonders geeignet. Es hat einen zu großen Durchmesser, muss ausgedünnt – und natürlich oft auch gefärbt werden.“ Indisches Haar ist schon etwas feiner und dadurch auch teurer. „Am hochwertigsten ist europäisches Haar“, so Simona Geiger. Doch dann kann eine Perücke auch schon mal schnell 2000 -3000 Euro kosten. Doch wichtiger als die Wahl Kunst- oder Echthaar ist die Wahl der Knüpfung: „Die ist das A und O.“ Maschinell oder per Hand gefertigt ist da ein wichtiges Kriterium.  „Beim Monofilament wird jedes Haar einzeln auf die Montur, also das Kopfteil, geknüpft. Das sieht am natürlichsten aus“, erklärt Simona Geiger. Weiterer Vorteil des Monofilaments: „Damit kann man jede Frisur machen, jeden Scheitel.“ Anders ist das bei der maschinellen Fertigung. Ganze Haarbüschel werden teilweise aufgenäht. Um die Naht zu verdecken, sind dann die Haare am Ansatz angekraust. „Dadurch schwitzt man auch leicht unter diesen Perücken. Das ist bei hochwertigen anders. Sie sind atmungsaktiver und luftdurchlässiger.“ Und optisch kaum von echten Haaren zu unterscheiden.

Baumwollmonturen für Allergiker

 

Ganz fein ist die Montur, auf die das Haar geknüpft wird, teils ist sie kaum sichtbar, die Kopfhaut scheint durch – ganz natürlich sieht das aus. „Auch die Montur kann aus unterschiedlichen Materialien sein, aus Seide zum Beispiel. Oder für Allergiker aus Baumwolle“, sagt Simona Geiger.

Hat sie das Kopfmaß genommen, bestellt Simona Geiger die Rohlinge, bearbeitet sie danach in ihrem Geschäft ganz nach Kundenwunsch. Dauerwelle, Kurz- oder Langhaarschnitt: Die Kunden können wählen. Pflegeleicht ist das fertige Zweithaar. „Man sollte es wöchentlich per Hand waschen mit einem Spezialshampoo.“ Schlafen oder duschen sollte man mit den Perücken nicht, denn sie würden sich zu stark verformen. Reibung und Hitze ist zu vermeiden.

Die meisten Kunden besuchen Simona Geiger in ihrem Geschäft. Doch sie kommt auch zu den Patienten ins Krankenhaus oder nach Hause. Unterschiedlichste Preiskategorien gibt es. „Die Kassen zahlen normalerweise so um die 350 Euro dazu. Diesen Zuschuss bewilligen sie jährlich.“ Denn maximal eineinhalb Jahre halten die Perücken, wenn sie täglich getragen werden. Simona Geiger weiß, wie schwer es ist, sich an den Gedanken des Zweithaars zu gewöhnen. „Erst sind viele skeptisch, doch wenn die Perücke dann fertig ist, sind viele begeistert, sagen dass man den Unterschied kaum sieht – und dass das Tragen angenehm ist.“

 

ZweitHaar Design, Friedrich-Ebert-Str. 78   45127 Essen

Tel: 0201-224424

info(at)zweithaardesign.de